Spargelernte

Steigende Mengen bei der Spargelernte aus deutschem Anbau

Der Anstieg der Erntemengen des Spargelanbaus wurden bis Anfang Mai aufgrund der niedrigen Temperaturen und fehlender Sonneneinstrahlung verzögert. Daher wurde bislang deutlich weniger Spargel geerntet als im Vorjahr. Allerdings war auch  2007 um diese Zeit witterungsbedingt bereits der Angebotshöhepunkt zu verzeichnen. Auch gegenüber dem Jahr 2006 waren die Erntemengen bislang im Rückstand. Wegen des vergleichsweise kleineren Angebotes waren die durchschnittlichen Preise auf allen Handelsstufen entsprechend hoch. Aber Ende April hatten private Verbraucher in Deutschland durchschnittlich 7,87 Euro für ein Kilo Spargel deutscher Herkunft zu bezahlen.

Wegen der anhaltend früh sommerlichen Witterung gab es eine Veränderung. Da die Erntemengen in allen deutschen Anbaugebieten spürbar steigen. Aus diesem Grund dürften auch die Preise eine Entwicklung zu Gunsten der Verbrauchen zeigen.
Auf der Großhandelsebene zeichnet sich eine solche Entwicklung seit einer Woche ab. Das heißt die Großhandelsabgabepreise sind in den letzten vier Tagen deutlich zurückgegangen. Auch die zunehmende Präsenz von deutschem Spargel im Lebensmitteleinzelhandel dürfte sich für die Verbraucher positiv auswirken. Selbst eine stärkere Nachfrage zu den Pfingstfeiertagen wird einem leichten Preisrückgang nicht entgegenstehen. Dadurch spricht nichts gegen ein Spargelessen zu Pfingsten oder zum Muttertag.

Infografik der Spargelerntemengen von den vergangenen Jahren

Weniger Polen bei der Spargelernte

In diesem Jahr ergeben sich für die Spargelbauern ganz neue Probleme. Denn erstmals sagen viele polnische Erntehelfer kurz vor Arbeitsantritt ab und die Stellen bleiben vorerst unbesetzt. Dementsprechend sollen mancherorts bis zu 50% der Polen nicht zu Arbeit angetreten sein. Grund hierfür dürfte die Tatsache sein, dass in anderen europäischen Ländern teilweise deutlich höhere Stundenlöhne für den Ernteeinsatz gezahlt werden als in Deutschland, obwohl auch in Deutschland die Stundenlöhne in den letzten beiden Jahren angestiegen sind. Darum ist es nicht verwunderlich, dass viele Polen nach Italien, Holland, Großbritannien oder nach Skandinavien abwandern.

Folglich greift man daher auf Erntehelfer aus Rumänien zurück um die Engpässen auszugleichen. Einen höhere Stundenlöhne möchten die deutschen Spargelbauern nicht bezahlen. Denn hierdurch gibt es Auswirkungen auf die Preise. Der durchschnittliche Stundenlohn für einen Erntehelfer dürfte derzeit zwischen 6,50 und 7,50 € liegen, in anderen Ländern können polnische Erntehelfer teilweise weit über 10 € pro Stunde verdienen.
Man darf gespannt sein, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Höhere Löhne dürften auch in Deutschland mittelfristig unumgänglich sein.

 

Deutsche Erntehelfer unzuverlässig

Wie zu erwarten war, belastet die Vorgabe, 10 Prozent der Erntehelfer-Stellen mit Deutschen zu besetzen, die Betriebe nicht unerheblich. In vielen Betrieben sind große Teile der deutschen Arbeitskräfte bereits wieder verschwunden oder können nur für leichtere Tätigkeiten wie das Sortieren oder Schälen von Spargel eingesetzt werden, da sie den körperlichen Anforderungen beim Spargelstechen einfach nicht gewachsen sind.

Etliche Spargelbauern berichten, daß vor allem Langzeitarbeitslose inzwischen für ihre Kreativität beim Erfinden von Ausreden berühmt seien oder sich bereits nach dem ersten Tag auf dem Feld krank melden.

So gut Idee auch gemeint war, in der Praxis hat sie sich nicht bewährt. Für das nächste Jahr wird man sich wohl etwas anderes ausdenken müssen.

Stellenangebote und Stellensuche

Wenn Sie auf der Suche nach Arbeit auf einem Spargelhof (Spargel stechen etc.) sind, können Sie hier Ihr Gesuch aufgeben.
Da ich immer wieder, insbesondere von Arbeitssuchenden aus Polen, die gerne in Deutschland Spargelstechen möchten oder andere Arbeit suchen, Kommentare und EMails bekomme, habe ich diese Seite eingerichtet.

Auf unserer Seite der Spargelhöfe können Sie gerne an die Höfe eine Stellenanfrage senden.

https://www.spargeltreff.de/spargelhoefe/

 

Spargel-Panther: Teilautomatische Spargelernte mit Joystick und Laser

Wolfsburg/Kirchwahlingen.
Die Eröffnung der Spargelsaison 2008 durch den niedersächsischen Landwirtschaftsminister Hans Heinrich Ehlen wird von einer Weltpremiere flankiert: als erster automatisierter selektiver Vollernter revolutioniert der „Spargel-Panther“ das als besonders mühsam und arbeitsintensiv bekannte Spargelstechen. Die halbautomatische Erntemaschine von AI Solution/Wolfsburg, einer Tochterfirma der ASM Dimatec, löst mit Joystick, Laserlicht und Pendelgreifer die Erntehelfer-Utensilien wie Spargelmesser, Knieschutz
und Erntekorb ab.

Erntehelfer machen etwa ein Viertel der Gesamtkosten des Spargelanbaues aus. Obendrein stehen diese immer seltener zur Verfügung. Aus diesem Grund kommt der pinkfarbene Selbstfahrende Erntehelfer gerade recht. Das Gerät bietet hoch interessante Leistungsparameter, Einsparpotenziale und organisatorische Entlastungen für Spargelanbauer:

Vorteile

  • arbeitet auf drei Wällen parallel
  • nur ein Maschinenführer
  • sticht 15 – 18 Stangen/ Minute
  • ersetzt 7 Erntehelfer
  • 3-Schichtbetrieb mit durchgängiger Ernte möglich.
  • keine aufreibenden Suche und Betreuung von Saisonarbeitern

Die Technologie beeindruckt: Zunächst hebt der „Panther“ die Abdeckfolie von den Spargeldämmen. Wird eine Stange vom Fahrer als erntereif erkannt, positioniert er die über jeder Reihe angeordneten Stecheinheiten mittels Joystick darüber. Als Orientierungshilfe dient ihm dazu ein Laserpointer. Anschließend löst er automatischen den Stechprozess aus. Die Folge: Binnen drei Sekunden wird der Spargel immer in gleicher Länge abgeschnitten, aufgegriffen und abgelegt. Bei einer Einsatzdauer von 20 Stunden pro Tag erntet der Spargel-Panther damit ca. 20.000 Stangen des Edelgemüses.

Unterstützung

„Die mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unterstützte Prototypenentwicklung bietet erstmals eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Alternative für eine der unbeliebtesten Arbeiten überhaupt, dem leidigen Spargelstechen“, erläutert AI Solution-Geschäftsführer Christian Bornstein. Das „Saatkorn“ für diesen maschinellen Spargelernter kommt von einem Erfinder aus Hessen. Gesät wurde es in Niedersachsen, wo es von den Automatisierungsspezialisten gebaut wurde. Die Entwicklung und Erprobung erfolgte gemeinsam mit der Firma Indat Datensysteme aus Gustavsburg, die sich für die elektrische Steuerung dieser Maschine verantwortlich zeigt. AI Solution wird strategisch durch i-unit Consulting, Braunschweig, begleitet, die auch als Seedinvestor in das Projekt involviert ist. Damit steht jetzt mit dem Spargel-Panther eine nach den Anforderungen des Landwirts ausgerichtete
Maschinerie zu Verfügung, „die den Anwender eigentlich nichts koste“, sagte Bornstein mit Blick auf die eingesparten Erntehelfer.

Und tatsächlich, es rechnet sich hinsichtlich der stetig steigenden Personalkosten und Probleme mit der Rekrutierung von ausreichend Erntehelfern. Bei einer Amortisationszeit von 8 Jahren ergeben sich pro Saison je nach Ausstattung der Maschine Kosten zwischen 25.000 und 35.000 EUR.

Nach den Präsentationen und Tests in Niedersachsen wird die halbautomatische Erntemaschine auch auf Feldern in Brandenburg und rund um Wolfsburg zum Einsatz kommen. Nach den geplanten letzten Optimierungen wird die Maschine Ende 2008 in die Serienproduktion gehen. Laut Hersteller lagen schon vor der Fachmesse im Januar einige Dutzend Anfragen aus dem In- und Ausland für die für 2009 auf 5 Maschinen begrenzte Stückzahl vor.

Weitere Vorführtermine sind in Vorbereitung, u.a. am 30. April 2008 (nochmals 29693 Kirchwahlingen), am 9. Mai 2008 in 26209 Hatten (bei Oldenburg), sowie Mitte und Ende Mai in Brandenburg bzw. Wolfsburg.

Zum Unternehmen:

Das Unternehmen ASM Dimatec ist Spezialist in der Automation. Jedoch ist die Firma im Sondermaschinenbau für die Automobilindustrie tätig. Allerdings macht es jetzt obendrein auf Grund der Tochtergesellschaft  AI Solution Schlagzeilen. Also sind  ASM Dimatec jetzt auch im Agrarsektor dabei. Mit dem Spargel-Panther ist dem geschäftsführenden Gesellschafter Christian Bornstein und seinem 23-köpfigen Team nach umfangreichen FuEInvestitionen ein Paukenschlag mit weitreichenden Auswirkungen auf Spargelanbauer und –
züchter und damit auf die Rentabilität der gesamten Branche gelungen.