Spargel ist weit mehr als nur ein saisonales Gemüse – seine Geschichte reicht über 4000 Jahre zurück. Die Spargelgeschichte führt uns von den frühen Anbaugebieten in China über Ägypten und das Römische Reich bis in unsere heutigen Spargelfelder. Entdecke die spannendsten Kapitel dieser jahrtausendealten Spargelgeschichte.
2000 v. Chr.
Ursprung des Spargels
Schon vor rund 4000 Jahren war der Spargel in China bekannt und wurde wild geerntet. In Ägypten ernannte Pharao Echnaton nebst Gattin Nofretete den Spargel gar zur Götterspeise, wobei er vor allem als Heilpflanze geschätzt wurde. Auch Griechen, Perser und Babylonier kannten und nutzten das Gemüse.
200 v. Chr.
Spargel bei den Römern
Bei den alten Römern war Spargel besonders beliebt. Cato der Ältere widmete dem Spargel in seinem um 150 v. Chr. verfassten Werk De agricultura eine ausführliche Anleitung: Von der Jungpflanzenanzucht und dem idealen Aussaatzeitpunkt über die Dauer und Methoden der Ernte bis hin zu Düngung und Unkrautbekämpfung ist dort alles dokumentiert. Auf Wandgemälden in Pompeji findet sich zudem die bildliche Darstellung des Spargels als Delikatesse.
4 n. Chr.
Preisexplosion
Im 4. Jahrhundert n. Chr. erließ Kaiser Diokletian eine „Spargel-Höchstpreis-Verordnung“, um die Preisexplosion während der Spargelernte zu begrenzen. Der Spargel galt neben seiner kulinarischen Beliebtheit auch als Aphrodisiakum und war der Venus geweiht.
500~1500 n. Chr.
Spargel im Mittelalter und in der Renaissance
Im Mittelalter geriet der Spargel in Europa etwas in Vergessenheit und wurde vor allem in Klostergärten kultiviert – meist wegen seiner medizinischen Wirkung. Erst während der Renaissance erlebte er sein Comeback, insbesondere an den Fürstenhöfen und in Adelshäusern. Spargel galt als exklusives Luxusgemüse, das nur den Wohlhabenden vorbehalten war.
1600 n. Chr.
Aufschwung des Spargelanbaus in Europa
Im ausgehenden Mittelalter (16. Jh.) wurde Spargel beinahe überall in Europa angebaut; in Frankreich und Italien genauso wie in England, Osteuropa und Deutschland. Die deutschen Anbaugebiete waren damals vor allem die Braunschweiger Gegend, der badische Raum, die Umgebung von Berlin, Hamburg und Riga.
1804 n. Chr.
konservierter Spargel
1804 kam der Franzose Nicolas François Appert zum ersten Mal auf die Idee, den Spargel zu konservieren.
1840 n. Chr.
Ersten deutschen Spargelkonserven
1840 entstanden dann die ersten deutschen Betriebe, die das Gemüse in Dosen haltbar machten.
1861 n. Chr.
Grahe entfacht Spargelboom
Gustav Grahe aus Braunschweig ruft Gärtner und Landwirte dazu auf, Spargelfelder anzulegen, und sichert ihnen den Abkauf ihrer Ernte zu – daraufhin erlebt der regionale Spargelanbau einen kräftigen Aufschwung.
1874 n. Chr.
Spargelboom
1874 betrug die Braunschweigische Anbaufläche noch 125 Hektar, so war sie 1913 auf 3 500 Hektar gestiegen. 1885 gründeten die Braunschweiger Spargelanbauer erstmals eine “Spargel AG”, um die Produkte der Mitglieder bestmöglich zu verwerten. 50 Prozent der gesamten damaligen Anbaufläche gehörte den Mitgliedern der Spargel AG. Die Erzeuger-Organisation sah zu jener Zeit jedoch die Belieferung von Konservenfabriken als vordringliches Ziel an.
1929 n. Chr
Kleinere Betriebe
Im Jahre 1929 wurde hier auf Initiative des “Spargel-Majors” Dr. Klein-Walbeck eine Spargelbau-Genossenschaft gegründet. Er hatte festgestellt, dass sich die Walbecker Sandböden hervorragend für den Spargelanbau eignen. Schon 1930 berichteten bekannte Tageszeitungen über den neuen Zweig der niederrheinischen Landwirtschaft in Walbeck. Schon bald erzielte das Walbecker Edelgemüse die höchsten Preise, dank der strengen Qualitätsauslese.
Heute
Spargel heute
Deutschland zählt zu den größten Spargelproduzenten. Moderne Techniken verlängern die Saison vo n März bis Juli. Neue Sorten und Bio-Anbau gewinnen an Bedeutung.
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Häufige Fragen zur Geschichte des Spargels
Wann wurde Spargel erstmals kultiviert?
Die ersten Hinweise auf Spargelanbau stammen aus China vor rund 4000 Jahren.
Warum endet die Spargelsaison am 24. Juni?
Der Johannistag (24. Juni) markiert traditionell das Ende der Saison, da danach die Pflanzen Energie für das Austrieben der nächsten Saison sammeln.
Welche Bedeutung hatte Spargel im Mittelalter?
Im Mittelalter wurde Spargel vor allem in Klostergärten wegen seiner Heilwirkung kultiviert und gilt erst in der Renaissance wieder als Luxusgemüse an Adelshöfen.
Wer prägte den Beinamen „Königin des Gemüses“?
Diese Bezeichnung tauchte Ende des 19. Jh. in Gartenbauzeitschriften auf und spielte auf Spargels feine, delikate Stangen und seine schnell wachsende Popularität an.
Welche Rolle spielten Bahn und Industrie für den Spargelboom?
Ab Mitte des 19. Jh. beschleunigte der Eisenbahnausbau den Transport frischer Stangen in Ballungsräume. Gleichzeitig sorgten moderne Düngung und Mechanisierung für steigende Erträge.