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Spargeltreff im “Spiegel”

In dieser Woche wurde dem Spargeltreff die zweifelhafte Ehre zuteil, Erwähnung in einem Spiegel-Artikel über den so betitelten Arbeiter-Straßenstrich zu finden. Geschildert wird die Situation von Arbeitsuchenden, die sich illegal auf der Straße als Tagelöhner verdingen, ihrem Konkurrenzkampf mit den Osteuropäern usw.

Leider findet dabei nur der kleinste Teil unseres Angebotes Erwähnung, nämlich eine Seite, auf der wir kostenlos Stellenanzeigen und -gesuche einstellen. Natürlich finden sich hier auch ab und an zweifelhafte Angebote und Gesuche. Offensichtlich Illegales wird von uns jedoch erst garnicht veröffentlicht.

Wie gewohnt, ist der Artikel gewollt polarisierend verfasst. Mit ein Grund, warum ich den Spiegel schon seit vielen Jahren nicht mehr lese, aber das ist eine andere Geschichte. Interessanter finde ich die Geschichte von Berne, studierter Informatiker, der es in den ersten Hochzeiten der der New Economy “so richtig hat krachen lassen”. Stutzig macht dann schon, daß er bereits unter Kohl, Schröder und jetzt unter Merkel arbeitslos war, ist und wohl auch bleibt. “Für normale Arbeit sei er nicht zu gebrauchen gewesen” charakerisiert den Typus dann schon besser, den zynischen Unterton könnte er sich auf der immer noch relativ sanft gefederten Unterlage des deutschen Sozialstaates aber dann doch lieber sparen. Der steht meines Erachtens eher anderen zu.

Wenn Berne keine Lust hat, einer geregelten Arbeit nachzugehen (mit 47 ist man nicht zu alt), dann sollte er vielleicht andere Wege gehen. Im Internet beispielsweise läßt sich immer noch ganz gut Geld verdienen, auch ohne Kapital und Kredite. Allerdings ist auch hier Fleiß, Beharrlichkeit und Kreativität gefragt. Aber vielleicht ist Berne ja auch so zufrieden, wer weiß das schon so genau - außer Berne.

Wahrscheinlich werde ich mir jetzt wieder ein paar nette Kommentare einfangen. Davon gab es schon ein paar, die ich dem geneigten Publikum nicht vorenthalten möchte. Zum Beipiel von einem “Michel”, bei dem das auf diese Weise bestimmt nichts wird einem neuen Job:

Hallo,
bin Deutscher, 56 Jahre jung und suche Arbeit. Bin Raucher, Trinker, Aufmüpfig, küsse den Feudalherren nicht die Füße und, wie die meisten Deutschen, welche vom AA leben, eigentlich ein fauler Sack.

Mark meint, daß Hartz4-Empfänger auf den Einsatz auf dem Spargelfeld warten:

Ihr seid Lichtjahre von einer sozialen Marktwirtschaft entfernt .. und leider geht es d.h. auch in WestDeutschland immer weiter bergab dank dem Regime Merkel.

Hoehere Preise fuer Spargel werden dann gezahlt, wenn es Kommunen bzw. Staedte gibt, in denen Spargel verkonsumiert wird.
Das wird natürlich niemals passieren, wenn die Leute mit Hartz4 auf den Fluren der Arbeitsaemtern herumlungern, um auf Ihren Spargeleinsatz zu warten.

Spargel essen keine Spargel, und Autos kaufen keine Autos

Und Kinski ist der Ansicht, dass die Extremisten aufkommen:

Hallo,

Ich habe keine Lust zu arbeiten und moechte gerne als Krimineller oder Asylant euren deutschen dummen Staat ausbeuten.

mfg
die aufkommenden Extremisten

Schon nicht schlecht, aber es gilt die Devise:

Prekärer geht immer!

8 Antworten zu “Spargeltreff im “Spiegel””

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